last update:
09.10.2015

 Impressum

Welcome to ...

Mythos Trompetenmundstück

                                      

                                           Mythos Trompetenmundstück

 

Fakten, Auswahl, Thesen

 

Vorwort

Lieber Leser!

Kein anderes Thema, welches mich bisher beschäftigte, beinhaltete so viele Vermutungen, Ungenauigkeiten und unpräzise Angaben, wie dieses. Anscheinend kann man die Beschaffenheiten eines Mundstückes, die Eckdaten und die daraus resultierenden klanglichen Änderungen, nicht exakt auf den Punkt, geschweige denn auf Papier bringen. Bein machen Herstellerinformationen habe ich auch das Gefühl, diese wollen gar nicht allzuviel preisgeben. Ich habe mich dem Thema angenommen, da ich im Internet und auf Papier keine vernünftige allgemeine Übersicht über dieses Thema finden konnte, es mich aber stark interessierte, um auch für mich das Beste aus Ton und Tonhöhe herauskitzeln zu können, ohne übermässig früh zu ermüden.

Alles nur ein Mythos?

Aber Achtung!
Nicht alles, was nun folgt, wird auch auf Dich und dein Instrument zutreffen! Daher ist es unmöglich, auf dem Papier bestimmen zu können, welche Veränderungen sich am Mundstück für Dich pers. positiv auswirken könnten. Jeder Mensch hat eine andere Anatomie der Lippen, einen besser oder schlechter trainierten Atmungsapparat und mehr oder weniger Praxiserfahrung.

Bevor also etwas angeschafft werden soll, bitte sorgsam informieren und Meinungen anderer (z.B. die des Lehrers) einholen und lange genug (vorab!) testen und vergleichen.

Es wurde bewusst die größte Aufmerksamkeit darauf verwendet, Herstellerunabhängig zu schreiben und weitgehend allgemein und wertungsneutral zu bleiben. Zudem wurde sich Mühe gegeben, alle technischen Fachbegriffe in deutsch UND englisch zu definieren, um sich auch schnell auf den Herstellerseiten in Übersee zurecht zu finden.

Erklärung:
"Tipp" soll bedeuten: "So könnte man an die Sache herangehen."
Es ist kein muss, sondern soll lediglich eine Möglichkeit darstellen und soll auch auf keinen Fall die Erfahrung von Lehrern ersetzen. Bitte nicht falsch interpretieren!

"pers. Erfahrung"
Dies ist eine Erzählung und soll keine Empfehlung darstellen, sondern soll lediglich meinen Weg zum Ergebnis (samt der negativen) darstellen.

Auch hatte ich schon sehr nette Kontakte zu Mundstückherstellern, welche sich bei mir meldeten um einzelne Themen zu vertiefen oder richtig zu stellen. Anregungen, Korrekturen, konstruktive Kritik? - bitte meldet euch bei mir, um dieses Thema möglichst sachlich und korrekt darzustellen und von Zeit zu Zeit zu ergänzen. Vielen Dank!

Möge die Mundstücksafari beginnen…

Inhalt

Der physikalische Aufbau

 - Randinnendurchmesser
 - Rand
 - Kessel
 - Rückbohrung/backbore
 - Bohrung
 - der Standard
 - getrennter Aufbau

Materialien

Sound
 -
Kesseltiefen, Backbore und Spielgefühl

Mythen
 -
das Zaubermundstück

Heavyweight
 -
die Schwergewichtigen

Das Modularsystem

Überlegungen zum Kauf

 - warum denn überhaupt wechseln?
 - Herstellerwahl

 Und was ist mit dem Flügelhorn?

Fazit

Der physikalische Aufbau

 

Es gibt eine Menge Variationen bei Trompetenmundstücken. Nicht nur in Farbe, Material und Form, sondern auch im Aufbau. Im Folgenden werde ich vorerst nicht auf Ausnahmeerscheinungen wie Doppelkesselmundstück oder andere Spezialanfertigungen eingehen. Das würde den Rahmen sprengen, aber ich verspreche, es wird definitiv interessant und das Thema Flügelhornmundstück wird auch behandelt. (nicht nur im Kapitel Flügelhorn! Nein, auch bei anderen Themen wird der Vergleich zum Flgh. gezogen!)

Der Querschnitt unserer Standardform in Abbildung 1 zeigt den Üblichen Aufbau eines Trompetenmundstückes. Hersteller geben dazu diverse Werte an, um eine Auswahl zu erleichtern. Dummerweise sind diese Angaben nicht genormt oder standardisiert, sodass jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht und die Musikerwelt verwirrt oder einschüchtert. Schnell passiert es, dass man von vorn herein das Projekt „neues Mundstück wieder in der Versenkung verschwinden lässt, da man spätestens beim 3. Hersteller die Welt nicht mehr versteht, da sich die Angaben kaum, bis gar nicht, vergleichen lassen! Es beginnt damit, dass es zwar viele Parameter gibt, aber nur wenige davon von den Herstellern angegeben werden. Und dann auch teilweise nur in der amerikanischen Maßeinheit „inch (/Zoll; erkennbar am doppel Hochkommata: ). Da kann man sich gleich im Internet noch den Maßeinheitsumrechner zusammensuchen, um die Angaben überhaupt mit denen anderen Hersteller vergleichbar machen zu können, welche die Details in Millimeter (mm) angeben. Wie praktisch.

Der Randinnendurchmesser
(engl. inner rim diameter or cup diameter)

Dieser bewegt sich üblicherweise in Größen zwischen 14 und 18 Millimetern. Der „Standard liegt hier irgendwo bei 16,2 oder 16,3 mm. Kleine Durchmesser sollen vor allem die Ausdauer erweitern, indirekt dadurch die Tonhöhe verbessern. Der Rand sitzt enger an den Lippen, wodurch ein fokussierter Ansatz möglich ist. Bei übertriebener Verkleinerung des Randes, kann dies unter Umständen aber ungewollte Resonanzen erzeugen, was in einem übertrieben spitzen, schreienden Ton enden kann. Auch Bedenken sollte man, dass weniger Lippenfläche frei schwingen kann und dass nicht Jedermann mit solch einer radikalen Änderung (eingeengtere Lippenfläche) klarkommt.
Bei grossen Durchmessern kann mehr Fläche schwingen, was sich dadurch positiv im Ton, dessen Volumen, tiefe und Lautstärke äussert, wobei für das Tonvolumen massgeblich die Kesseltiefe entscheidend ist. Allerdings benötigt man bei grossen Randdurchmessern ggf. mehr Ausdauer um alle Lagen gleichermassen bedienen zu können.
Mancher Hersteller empfiehlt daher auch besonders, eher zu grossen Durchmessern zu greifen, als kleinere zu nehmen. Dennoch stellt das Verkleinern eine effektive Methode bereit, die Ausdauer zu verbessern.
Genau deshalb, wird gern und viel das „downszising, also das „Verkleinern des Durchmessers diskutiert und praktiziert. Dem Einen hilfts, dem Anderen nicht, wobei man hier (-so der Konsens einiger Personen, welche dies probierten) in nicht allzu grossen Schritten von statten gehen sollte.
Die Fragen, die man sich hierbei stellen könnte ist: bleibt mein Ansatz bei besserer Ausdauer trotzdem flexibel?
Leiden mein Ton darunter (wird er ggf. dünner und schwächer)?
Maßbestimmung. Hier scheiden sich die Geister, was wir später auch des Öfteren zu spüren bekommen. Da Rand und Kessel gänzlich aus Radien bestehen, wird oft bemängelt, dass die Hersteller an unterschiedlicher Stelle messen und daher die Angaben gar nicht vergleichbar sein können. Beim vorsichtigen Selbstversuch konnte ich aber nur die Angaben der Herstellers bestätigen, sie waren auf den zehntel Millimeter genau. Schwierig beim Messvorgang ist natürlich, genau den Übergang zwischen Kessel- und Rand-Radius zu finden. Natürlich kann man nun nicht pauschalisieren, ob diese Methode richtig, geschweige denn, bei allen Herstellern passen wird und vergleichbar ist. Im Endeffekt muss der Spieler mit dem Mundstück harmonieren.

 

Die Sache mit dem Rand
(engl. rim)

Der Rand ist eine der drei wichtigsten Elemente. Unsere Lippen liegen hier an und sollen sich vor allem eins: wohlfühlen! Und da stoßen wir auf folgendes Dilemma:
Zum einen geben einige Hersteller nur vage Angaben darüber, wie er genau Aufgebaut ist und zum anderen ist es wie so oft im Leben oder bei Wein: einfach nur Geschmacksache!
Meist werden als Randbeschreibung einfach nur „dünn, schmal, flach, mittelbreit und breit angegeben. Andere haben wunderschöne Zeichnungen auf deren Webseite. Der nächste gibt sogar Radien der Innen- und Außenkanten an und wieder andere nummerieren den Rand nur durch und man ist gezwungen, Tabellen zu studieren, um überhaupt eine Ahnung zu bekommen, wie sich dieser anfühlen könnte. Apros po! Anfühlen! Beim Thema Rand kann einzig und allein die Devise lauten: Ausprobieren!
Jeder hat andere Lippen, Muskeln, Zahnstellungen etc. sodass man keine generelle Aussage darüber treffen kann, was nun gut ist, oder gar einen Standard darstellen könnte.
Schmale Ränder klingen gut, lassen den Ton schnell und präzise ansprechen, aber die verringerte Auflagefläche kann auch dazu führen, dass die Ausdauer leidet, da der Druck nicht grossflächig verteilt wird. Ist er dazu noch übertrieben spitz, kann dies unter Umständen dazu führen, dass die Lippen zu sehr gestaucht werden und weniger durchblutet werden. Nach einiger Zeit ist der Randabdruck deutlich sichtbar auf den Lippen erkennbar. Dafür hat man dabei weniger Auflagefläche und mehr Lippenfleisch kann freien schwingen.
Ein breiterer Rand fühlt sich oft besser und komfortablerer an, kann aber das Ansprechverhalten mindern, da hier nun weniger Lippenfläche zum schwingen gebracht werden kann. Hier gilt es nun, den optimalen Mittelwert aus Komfort und Ansprache zu ermitteln. Dies läßt sich nun wieder nur durch ausprobieren ermitteln.

"Tipp": die Testphase lang halten, d.h. mal bei einer zweistündigen Probe zu ermitteln, ob sich gegenüber dem gewohnten Rand, die Ausdauer (bei gleicher Literatur und Spielzeit) verbessert oder verschlechtert, oder auch, um wahrzunehmen, ob der Sound sich ändert. Auch sollte man (vorher natürlich auch mit dem gewohnten Mundstück!) die Lippen im Spiegel nach Abdruckstellen kontrollieren. Sind diese mit dem dem neuen Rand plötzlich extrem rot (/vorhanden), dann ist der neue Rand ggf. zu dünn oder vor allem zu spitz gewählt.

 

Der Kessel
(engl. cup)

Dieser kann (heutzutage dank Computerunterstützung) in der Drehbank je nach Belieben gedreht werden. Flach, tief, mitteltief, spitz oder flach abfallend usw..
Was die Maße und die Namensgebungen angeht, machen auch hier die Hersteller die unterschiedlichsten Angaben was wiederum grosse Verwirrung stiftet. Geht man vom unausgesprochenem Standard aus (7C vom Hersteller Bach ,- dass muss nun leider erwähnt werden), der tiefenmäßig ein gesundes Mittelmass darstellt, gibt es davon ausgehend flachere oder tiefere Kessel. Man könnte jetzt verallgemeinern, dass tiefe (tiefere) Kessel einen vollen und leicht dunklen Ton ergeben und sich besonders gut für tiefere Lagen eignen und flache Kessel eher das Spielen in hohen Lagen erleichtern, allerdings auch gleichzeitig das Volumen am Ton benachteiligen. Im Endeffekt ist also wieder alles Geschmacksache und das Gesamtergebnis sollte einem einfach nur gefallen und Sinn ergeben. Es gibt auch hier wieder Leute, die auch das C mit einem extratiefen Kessel spielen können und andersrum wieder Leute, die auch wunderbar die tiefsten Töne mit einem flachen Kessel tönen lassen können. Was einem nun die eine Sache erleichtert, kann dem anderen so gar nichts bringen. Deshalb kann man sich auch hier wieder nur auf seine Intuition verlassen. Im Zweifel oder gerade für Anfänger wird dann gerne auf den Standard zurückgegriffen, dem Mittelmass aller Dinge, dem „7C.Ein zu tief gewählter Kessel, könnte auch bei einigen dazu führen, das Instrument zu stark anzupressen, um mangelnde Tonhöhe auszugleichen. Die Lippen werden dann nicht mehr genug durchblutet und schon ist Feierabend. Ist er zu flach, fehlt es ggf. an tiefen Frequenzen, welche nicht mehr sauber übertragen werden könnten und wenn man es wirklich übertreibt (zu flach wählt), könnten die Lippen, welche ja schwingen sollen, gar an das Kesselinnere selbst stossen und somit jeglichen Vorteil zunichte machen.

"Tipp": auf keinen Fall zu grosse Sprünge wagen, d.h. nicht unbedingt vom Standard auf "super-extra-flach" wechseln, sondern in kleineren Abstufungen. Klar, wenn man einige viele Mundstücke vorliegen hat, kann man auch gern mal rumprobieren, aber ich empfehle hier lieber, sich Zeit mit EINER kleineren Veränderung zu nehmen.

"pers. Erfahrung":
Ich selbst habe mit der Verkleinerung experimentiert, bis ich bei "flacher geht´s nicht" angekommen war. Das war für die Bigband ok, aber bei klassischer Musik, wo es auch mal tief runtergeht, oder beim Unterrichten, wo man mal die 2te/3te Stimme spielen muss, kam kaum noch ein vernünftig klingender Ton und man musste sich schon quälen, um überhaupt noch brauchbar spielen/klingen zu können. Daher ging ich wieder davon ab und wählte einen Kessel zwischen Standard und extrem-flach, bei dem ich sowohl die hohen, als auch die tiefen Register mit einem passabelen Ergebnis abdecken kann. Derweilen habe ich auch den Randinnendurchmesser wieder um 0,25mm vergrößert, was eine kleine Verbesserung der Treffsicherheit ergab.

 

Der Schaft
(engl. shank)

Der Schaft (engl. shank) ist der untere, längliche Teil des Mundstückes, welcher in die Trompete gesteckt wird. In das Mundrohr der Trompete, auch Mundstückaufnahme genannt. Um die Passgenauigkeit zwischen Mundrohr und Mundstück zu gewährleisten, muss der Konus (engl. taper) dieser beiden, identisch sein. (der Schaft ist nicht gerade)
Für Trompetenmundstücke kristallisierte sich ausnahmsweise einmal ein "Standard" heraus.
Heutzutage wird für den Konus für TROMPETENMUNDSTÜCKE (!!! Flügelhorn siehe unten!) ein Kegelverhältnis von 1:20 gewählt. (d.h. auf 20 mm Länge, steigt der Durchmesser um 1.0 mm) Dies ist seit ca. den 50er Jahren den Fall, sodass heute fast alle käuflich zu erwerbende Mundstücke in alle jüngeren Trompeten passen.
Das Verhältnis beträgt hier immer 1:20
Da dieses Verhältnis der Konustabelle nach "Morse" am nächsten kommt, wird der äußere Konus vom Schaft auch (fälschlicherweise) von vielen amerikanischen Herstellern als "Morse taper" bezeichnet. Vincent Bach hatte in der Anfangszeit der Produktion die "Brown & Sharp" Konus-tabelle herangezogen, wechselte dann aber auch später zum Kegelverhältnis von 1:20, weshalb dieses beim Hersteller Bach auch angegeben wird:

"The shanks of Bach mouthpieces have a Morse taper No. 1 (.050 inch per inch) and represent the most practical average size suitable for all standard makes of American brass instruments."
(Quelle: aktueller "Bach mouthpiece catalouge")

Daher wird von amerikanischen Herstellern auch oftmals so verwirrende Angaben gemacht wie: ".050 taper" oder ähnlichem, obwohl alle vom selben Thema, also vom selben Maß sprechen.

Maße siehe Zeichnung.


Bei Flügelhörnern sieht es dagegen komplizierter aus, hier werden gar vier verschiedene Schaftgrößen angeboten:

deutscher Schaft: meist für deutsche Drehventilflügelhörner, 10mm am Mundstückende
Alternative Namen: "Large Morse taper", oder auch "Standard-taper" oder "standard shank" genannt.
(z.B.: Weril, Stomvi, Kanstul, King, Lawler, Josef Lidl, Dowids, Getzen, Adams, Blessing, Callet, Conn...)

Yamaha baut seine Flügelhornmundstücke mit 9,6 mm am Mundstückende.

amerikanischer Schaft: meist für amerikanische Perinetflügelhörner, 9,3mm am Mundstückende
Alternative Namen: "Small Morse taper", oder auch "Bach taper" genannt.
(z.B.: Bach, Courtois, Schilke, CarolBrass, Holton, LeBlanc, B&S, Tylor Selmer, Taylor, Shiller...)

(selten geworden) französischer Schaft (french taper): 10mm am Mundstückende, gerader Verlauf, nicht konisch! Auch gerne "Couesnon taper genannt:
(z.B.: Couesnons, Flip Oakes, Kanstul, Besson, Miraphone, French Besson...)


Aufgrund falscher Schaftwahl, kann es daher passieren, dass das Mundstück sogar durch die Mundstückaufnahme, bis an das innere Mundrohr stößt. Dies kann den (Luft-)Widerstand (engl. „resistance)verringern und im schlimmsten Fall Grate und Kanten im inneren des Rohres erzeugen. Schaut das Mundstück zu weit heraus, wird ein zu hoher Luftwiderstand erzeugt, welcher den Gesamtsound negativ beeinflusst oder auch nur einzelne Töne falsch intonieren, oder hässlich erklingen lässt. Der kleine Raum zwischen Mundstückende und dem inneren der Mundstückaufnahme, wird gap genannt. Bei meiner Recherche stieß ich nicht nur auf Adapter von unterschiedlichen Schäften, sondern gar auf Mundstücke, welche mit unterschiedlichen Schäften ausgestattet sind (schraubbar), welche den "gap" verändern sollen. Weiter unten mehr dazu.
 

Mundstückmaße

*a)
Der Durchmesser a) ist die Stelle, bis der das Mundstück in die Mundstückaufnahme (auch Zwinge genannt) hineingleiten kann. Dieser kann, -wer hätte das gedacht- je nach Mundstück und Instrumentenmacher (wegen unterschiedlich designter Zwingengrößen/Längen) leicht variieren.

*b)
Der Durchmesser am Ende des Mundstückes ist fast irrelevant, solange das Kegelverhälltnis stimmt. Dennoch spielt er für das gap (später mehr dazu) eine große Rolle. Irrelevant an dieser Stelle, da beim Benutzen des Mundstückes (durch Abrieb und Korrosion) das Ende oft leicht kürzer wird. Aber keine Bange, dies trifft meist erst nach Jahrzehnten ein, je nach Übepensum).

*c
Das Schaftende definiert eigentlich nur den Punkt wo das Mundstück in der Zwinge anliegt, bis zum Mundstückende, wo der gap (s. weiter unten...) beginnt. Die Länge unterliegt auch den Tatsachen von *b.

*d
Der, nennen wir in mal Anfang vom Mundstück. Diese Länge ist für eine Sache äusserst relevant! Für die Mensur, quasi der Gesamtlänge des Instruments. Wir erinnern uns: je länger das Rohr, desto tiefer der Ton! Was würde denn passieren, wenn man ein kurzes Kornett oder Amerikanisches Flügelhornmundstück in eine Trompete stecken würde?
Richtig: es würde tiefer einsinken in die Zwinge. Die folge: das Instrument intoniert (klingt) höher, da die Gesamtrohrlänge verringert wurde und man müsste den Stimmzug weiter rausziehen. Natürlich ändert sich auch der Klang, meist ins negative. Daher ist es immer wichtig, passende Mundstücke zu verwenden. Trompeter, die bequemerweise auch das Trompetenmundstück auf dem Flügelhorn benutzen (was natürlich nicht optimal reinpasst), haben dann das Problem, dass sie den Stimmzug weiter in das Instrument schieben müssen, da sie sonst zu tief intonieren. Vom Verlust des schönen Flügelhornklanges ganz zu schweigen.

*e
Die Gesamtlänge ist schlicht die Länge des Mundstückes. Messergebnisse liegen mir bis dato nicht vor. OK, ich geh kurz messen...

87,9mm   dt. Hersteller x, 1:20
87,0mm   dt. Hersteller y, 1:20
87,2mm   am. Hersteller z, 1;20
87,0mm   am. Hersteller a, 1;20

(perinett-Trompete)
also alle in dem angegebenen Bereich.

 

Der gap

Eine eindeutige deutsche Übersetzung liegt mir nicht vor, man könnte aber Spalt oder Luftspalt sagen. Dieses gap befindet sich zwischen Ende des Mundstückes und dem Beginn des Mundrohres. Auch hier ranken sich viele Meinungen, was ein zu großer und ein zu kleiner gap bewirkt, sprich, wie er sich klangtechnisch auswirkt. Da ich dies bis jetzt (-es liegen Überlegungen zu diversen Experimenten vor-) aber in der Realität noch nicht prüfen und vergleichen konnte, will ich darüber lieber vorerst schweigen. Gerne überlasse ich es euren Suchmaschinen, welche schnell im Internet fündig werden, gibt man trumpet + gap ein. Es gibt sogar einen Hersteller aus den USA, welcher selbst in Deutschland über ein bekanntes grosses Musikhaus, ein Messgerät dafür vertreibt und dazu kleine Messingrohrstücke in unterschiedlichen Größen anbietet (um den gap künstlich zu verkleinern). Bislang schreckten mich die Kosten allerdings noch davor ab.

Deutsche Drehventiltrompeten hingegen (ja, das gibt es auch bei Perinettrompeten), haben oft ein wechselbares Mundrohr. D.H., man hat das Äussere Rohr an dem Instrument, und kann ein inneres Rohr dort hineinschieben.
Das Mundstück steckt also in dem inneren Rohr, an dem es keine Zwinge gibt. Der Übergang von Mundstückende zum Rest des Rohres ist also Übergangs und Stufenfrei. Hier gibt es also kein gap. Wenige, ganz abgedrehte Hersteller produzieren sogar Mundrohre, wo Mundstück und Mundrohr aus einem Stück bestehen! Einfach weil sie der Meinung sind, dass dies die optimale Variante darstellt. Sprich, keinerlei Übergang von Mundstück zu Mundrohr. Keine Schlechte Idee, dämmt es doch die Flexibilität stark ein und ein Mundstückwechsel wirkt sich deutlich negativ auf die Geldbörse aus. Aber keine Sorge! Alle Varianten klingen, sind spielbar und haben einen guten Ton! (absolute billig-Teile mal aussen vorgelassen.)
 

Die Rückbohrung,the backbore


Der Rückbohrung wird leider zu oft, zu wenig Gehör geschenkt. Folgende Abbildung zeigt verschiedenste Verläufe (konisch, konkav, konvex) und auch hier macht wieder jeder Hersteller, was er will oder was sich für seinen Geschmack bewährt hat. Zumal diese Rückbohrung sehr mit dem Rest, dem Kessel und der Bohrung, interagiert. Beeinflusst werden unter anderem die Lautstärke, der Sound (dunkler oder heller Ton), die Brillanz im Ton und die Intonation. Um die Interessanteste Eigenschaft anzusprechen, (-das Ding mit der Geschmacksache und dem ausprobieren spar ich mir hier mal) die unterschiedliche Rückbohrungen verursachen, ist die „Intonation. Es ist wissenschaftlich und praktisch bewiesen, dass diese Bohrung teilweise gravierende Höhen- oder Tiefen-Unterschiede ausmachen können. Dies kann sich auf eine spezielle Lage, auf alle Lagen oder gar nur einzelne Töne auswirken! Sowohl positiv, als auch negativ.
Natürlich habe auch ich schon "Stangenware" (im oberen Preissegment) von Trompeten in der Hand gehalten, die haben so gut intoniert, dass verschiedenen backbores keine Rolle bei der Intonation spielten.
Dennoch...


"pers. Erfahrung":
Ich selbst habe die Erfahrung machen dürfen, dass ich einen Ton (c) hatte, der einfach immer zu tief war. Klar, man kann dies bläserisch ausgleichen, was allerdings nervig und anstrengend ist. Aus anderen Gründen (Rand) experimentierte ich zufällig mit Mundstücken und siehe da, (ohne dass ich vorher je an die Rückbohrung gedacht hätte!) stimmt der Ton mit einem anderen Mundstück (anderen Herstellers) wie eine Eins! Man konnte ihn damit gar nicht „falsch anspielen. Leise, laut, viel, wenig Druck… nun stimmte er endlich. Diese Erfahrung war ein Meilenstein und animierte mich, weiter zu testen. Zumal der gravierendste Unterschied zu meinem „Haus und Hofmundstück nur in der Rückbohrung (und nur sehr geringfügig am Rand) lag.

Schaut man auf gewisse Hersteller, bieten diese unzählige Rückbohrungen an, teilweise zwar mit den abenteuerlichsten Beschreibungen, aber ich denke, ich werde diesem Teil des Mundstückes in Zukunft eine Erhöhte Aufmerksamkeit schenken müssen.

Man muss hier natürlich bedenken, dass gerade der Aspekt Intonation bei jedem Instrument anders reagieren und harmonieren wird. Daher mein...

"Tipp":
Nicht zu viele Hersteller auf einmal ins Rennen schicken! Lieber bei einem Hersteller das Selbe Mundstück, dafür mit anderer backbore zum Testen heranziehen. Dann wird sich schnell zeigen, welche Variante am Besten zum eigenem Instrument passt. (bei vielen Herstellern gibt es mittlerweile auch eine Serie mit schraubbarem Stengel (in dem sich die backbore befindet), sodass auch hier unendliche Varianten probiert werden können. Solange Spass, Zeit und Geld vorhanden ist.

 

Bohrung
(engl. throat)

Die Bohrung, das kleine Loch im untersten Teil des Kessels, liegt in der Regel zwischen 3,5 und 4 mm. Der "Standard" irgendwo bei 3,6 Millimeter.

Große Bohrungen sollen einen großen Ton ergeben, was aber wieder das sanfte/weiche Spielen erschwert. Zudem lassen sich diese sehr frei spielen mit geringem Gegendruck.
Hohe Register können aber derweil etwas zu scharf/spitz klingen, zudem erschwert es das extreme leise spielen.
 
Kleine Bohrungen hingegen, erhöhen den Anblaswiderstand (Gegendruck), erleichtern dafür die hohen Register, lassen dieses aber ggf. abgeschwächt im Ton wirken. Tiefe Register können zu spitz klingen wobei die Brillanz im Ton erhöht wird. (was da unten nicht unbedingt förderlich ist)
Zudem können tiefe Töne zu hoch und hohe Töne zu tief intonieren.
Daher gibt auch dieser Parameter, Anlass zu Experimenten.

 

 

Der Standard

Nicht ohne Grund wird vielen neuen Trompeten ein so genanntes „7C Mundstück beigelegt. Dies hatte sich über die letzten Jahrzehnte als Mittelmaß aller Dinge herauskristallisiert und wird daher gerne und gerade bei Anfängern eingesetzt. Wenn es dem Instrument dann auch noch beiliegt: warum nicht?
Es liegt von den Maßen her überall im „Mittel. Es gibt also keine Extreme, welche für die ein oder andere Sache nicht passen würde. Man kann damit also alles spielen und eigentlich jeder Trompeter hat darauf schon einmal gespielt. Hat man das nicht, verpasst man aber auch nix.
 

Mundstück wechsel dich!

Um nun noch mehr Möglichkeiten der Kombinationen zu ermöglichen und mit Verbesserungen der Technik (computergesteuerte 3D Fräsen) wurden die Hersteller so erfinderisch, die Bereiche: Rand, Kessel und Schaft, als Einzelteile anzubieten, welche schraubbar sind! Genial, denn somit lässt sich nun einiges an Kombination probieren und kombinieren, ohne jeweils immer gleich alle Parameter zu ändern oder sich gar ein „custom Mundstück bauen zu lassen. Dieser Mehraufwand möchte natürlich auch bezahlt werden. Ich frage mich dann aber auch: Macht dies die Suche einfacher?
Anzumerken gilt, dass es wieder keine Standards gibt und man somit nicht Herstellerunabhängige Konstellationen zusammenstellen kann. Oft gibt es sogar (leider?) noch von einem Hersteller, mehrere unterschiedliche Serien, die sich aber untereinander auch nicht kombinieren lassen. Eine Zwickmühle und die Qual der Wahl!

Materialien

Bleiben wir doch beim Thema Standard! Üblicherweise werden Mundstücke aus Messing hergestellt, welche dann versilbert oder gar vergoldet werden. Dies hat vor allen die Hintergründe, dass Messing offenporiger ist und damit anfälliger für Keime und Verschmutzung wäre. Silber und Gold lassen sich also auch einfacher reinigen und hübsch aussehen tut es allemal. Des Weiteren gibt es unzählige Ausnahmen und Sonderlinge. Kunststoffe in allen Varianten, Gummimischungen, Glas, Keramik, Stahl, Legierungen und gar Holz. Auch Titan und Ruthenium finden derweil Einsatz. Ob einem solch eine Sonderanfertigung gefällt und man den Sound mag, muss man für sich entscheiden. Interessant ist so was allemal. Leider auch meist mit hohen Kosten verbunden. Da sollte Verstand, Gehöhr UND Geldbeutel entscheiden.
 

Sound

Manch einer behauptet, gar den Unterschied zwischen goldenem und silbernem Mundstück hören zu können! Dies möchte ich nicht weiter kommentieren.
Interessanter sind an dieser Stelle jedoch die andere Variablen von weiter oben. Auch hier machen die Hersteller Angaben, die sich gar teilweise arg wiedersprechen oder einem Märchenbuch entspringen. Fakt ist aber, dass unterschiedliche Konstellationen zwischen Kesseltiefe, Bohrung und Rückbohrung, unterschiedliche Auswirkungen haben. So hat man mit dem einen Mundstück einen vollen, ausgewogenen und dunklen Ton. Mit einem anderen allerdings wiederum ein spitzen, schreienden. An dieser Stelle kommt allerdings auch das Instrument mit ins Spiel, welches natürlich hierbei eine Entscheidende Rolle spielt. Da es nun aber wieder unzählige Kombinationsmöglichkeiten gibt, kann auch hier kaum ein Beispiel oder ein Standard gegeben/definiert werden. Hinzukommt, dass jeder auch eine andere Ansicht hat, in welchem Ensemble welcher Sound benötigt wird. Und am Ende steht wieder der Geschmack…
 

Das Zaubermundstück

Möchte man wie sein Vorbild XY klingen, benötigt man unbedingt auch dessen Mundstück! Eine Spezialanfertigung zu horrenden Preisen, natürlich.
Natürlich ist das völliger Quatsch und Blödsinn! Allein wegen der unterschiedlichen Anatomie jedes Menschen, kann nicht jedes Mundstück für jeden passen! Dicke Lippen, schmale Lippen, viel oder wenig Muskulatur, gerade Zähne und so weiter. Diese Merkmale ergeben automatisch, dass sich jeder Mensch anders auf dem Mundstück XY zurechtfindet. Daraus resultiert auch, dass kaum einer gleich klingt, allerdings lassen sich Grundsätzlichkeiten feststellen, auf die weiter oben bereits eingegangen wurde.
 

Heavyweight
Pro und Contra.

Diese Spezies Mundstück hat einfach gesagt mehr Masse (s. nächste Abb.) und wird in dieser Variante mittlerweile optional von jedem Hersteller angeboten. -gegen Aufpreis. Versteht sich. Es wurde mehr Material stehen gelassen. Aber was bewirk dies nun? Hersteller sprechen (/bewerben) meist von „zentrierterem Ton, „dunkler fokussierter Sound, „sicheres Einrasten der Töne, „gesteigerter Projektion, „höhere Dynamikstufen, geringerer Widerstand und „höhere Flexibilität.
Boah, DAS sind mal Kaufargumente!
 

Kann man Sound beschreiben? Schwierig. Daher versuche ich es mal anders. Vieles der Herstellergeschichten konnte ich für mich pers. nicht feststellen/nachvollziehen. Eines allerdings schon. Den „zentrierteren Ton. Was heißt das nun wieder? Betrachten wir uns die Abbildung unten. Wir haben zwei Töne, einen Halbtonabstand und das Rote stellt den perfekt intonierten Ton dar. Der größte Kreis ist also ein um einen Viertelton „verstimmter.
Allein mit dem Ansatz kann man ja bekanntlich Töne verbiegen, sprich in die äußeren Kreise „drücken. Außerdem kann man bei schnellen Passagen auch in das center hineingleiten, bei Portato-bindungen zum Beispiel. Quasi ein Glissando von center zu center durch alle Halbkreise hindurch. Mein persönliches (!!!) Empfinden ist nun, dass das HW-Mundstück sehr zentriert agiert, soll heißen, man kann ausschließlich das center treffen und ggf. noch den ersten kleinen Kreis erreichen. Dieses „präzise Einrasten der Töne, wird im amerikanischen gern und oft als „slotting beschrieben.
Da kommt man nun ganz fix auf die Idee, jedem Anfänger so ein Ding zu verpassen, da das ja die Lösung für eine gute Intonation zu sein scheint. Möchte man jedoch schnell und portato spielen, dann wird es umso schwerer, in die Töne zu finden! Märsche werden dann sicher super gehen, aber Bindungen und Glissandi und co, wie im Jazz gerne ge- (miss-) braucht, gehen damit kaum (überhaupt) nicht. Das heißt, die Flexibilität leidet. Daher komme ich für mich pers. zu dem Schluss, dass solch ein Mundstück durchaus seine Berechtigung hat, man es aber als relativ begrenzt einsetzbar sehen sollte und man dies bitte keinen Anfängern unnötig „aufschwatzt.

"pers. Erfahrung":
Ich selbst habe mehre solcher Mundstücke besessen, habe die Anzahl wieder auf eines reduziert, welches ich aber gerne bei alter Musik einsetze, wo klare, gerade Töne gefordert werden.

 

Das Modularsystem

 Um uns nun die Qual der Wahl noch schwerer zu machen, gibt es mitlerweile fast von jedem Hersteller auch ein Modularsystem, bei dem wir zwischen unterschiedlichsten Rändern, Kesseln und Stengeln mit unterschiedlichen Rückbohrungen wählen können.

Schraubrand

Kessel

Stengel

Überlegungen zum Kauf

 - warum denn überhaupt wechseln?
 - Herstellerwahl
 - Bestandsaufnahme
 - siehe unbedingt auch: FAZIT (weiter unten)

Kaufberatungen nach dem Motto: „hold dir ein 99CKYP9 und du wirst der Beste Trompeter der Welt… werde ich hier sicher NICHT geben! Eher möchte ich hinterfragen, was sich denn eigentlich ändern soll. Aber die wichtigste Frage, die man sich vorab stellen sollte, wenn man auf den Trichter kommt, unbedingt ein neues Mundstück suchen zu wollen…. Ist:
Will ich mir das wirklich antun? Die Suche wird schwer, daher ist das Beste, man hat Bekannte im Umfeld (Verein etc.), welche ggf. schon über ein Arsenal an Mundstücken verfügen und man vorab diese ausgiebig antesten kann. Hat man das nicht, kann es schnell teuer werden, wenn man sich erst mal durch die Produktpaletten durchkaufen muss. Da kann ich nur von abraten, außer, man hat im Lotto gewonnen.

Folgende Dinge sollte man daher vorab festlegen oder hinterfragen:

Was soll durch das Neue beeinflusst werden?
 - (angenehmerer Rand, Leichtigkeit in der Höhe, anderer Sound, Intonationsverbesserungen etc.)
 - Was sind die jetzigen Vorzüge meines aktuellen Mundstücks ?
 - Welcher Hersteller könnte es werden?
 - Welche Kesseltiefe soll es werden und was bezwecke ich damit?
 - Etc.

Gegebenen Falls kommt man dann schon schnell zu dem Schluss, dass vielleicht gar nicht alle Parameter geändert werden müssen. Ich raten sogar davon ab, zu viele Parameter auf einmal zu ändern, oder zu große Änderungen/Sprünge zu vermeiden. Je nach Hersteller, finden sich dort auf den Webseiten Hinweise, wie sich manche Parameteränderung verhalten wird. Ob dies bei jedem von Euch genau zutrifft, lässt sich natürlich pauschal nicht sagen.

Herstellerauswahl.

Leider gibt es (,oder doch „zum Glück???) eine erhebliche Schar von Anbietern weltweit. Für welchen man sich letztendlich entscheidet, bleibt mal wieder einem selbst überlassen. Raten kann ich dazu, möglichst viele auszuprobieren, denn gefällt einem der Rand nicht, kann der Rest noch so toll klingen, aber man fühlt sich einfach nicht wohl. Dann hat die Sache keinen Zweck, es sei denn, man lässt sich individuell etwas anfertigen oder greift auf Schraubränder zurück. Kostet natürlich gleich extra.

Also steht man nun vor den Toren des Internets, sich schlau zu machen, wen es da draußen gibt, der einem das ultimative Mundstück schnitzt.
 

Und was ist mit dem Flügelhorn?

Flügelhornmundstücke zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen eher V-förmigen Kessel haben. Auch sind sie kleiner und der Schaft hat andere Winkel und Maße (siehe weiter oben). Auch wenn es in der realen Welt so aussieht, dass einige auf die Kombination „Trompetenmundstück auf Flügelhorn schwören, verändert dies aber den eigentlich gewollten, vollen, dunklen Flügelhornsound und die Intonation. In vielen Ohren zum negativen, weshalb dies oft und kontrovers diskutiert wird. Wer den vollen Klang seines Flügelhorns liebt, wird bestimmt auch bei einem Flügelhornmundstück bleiben. Diktieren kann man dies aber nicht.
Im Detail sieht es so aus, dass das Trompetenmundstück, -wegen des anderen Schaftes- nicht exakt in das Mundrohr passt und meist viel weiter hinausragt. Der GAP wird hier enorm vergrößert und man verlängert das Rohr, weshalb die Intonation tiefer ist und im Allgemeinen nicht mehr in allen Lagen stimmen kann. All diese Änderungen können sich nur negativ auswirken, weshalb man besser ein Flügelhornmundstück zur Hand nimmt, welches vom Rand her dem der Trompete ähnelt, aber optimal zum Instrument passt. Man spielt ja auch eine Geine nicht mit dem Bogen eines Kontrabasses. Weitere Details zum Thema Flügelhornschaft, siehe oben, bei SCHAFT.
 

 

Fazit

Ob die nun angelesenen Aussagen nun auch bei euch funktionieren, kann keiner mit Gewissheit sagen. Dies kann ausschließlich durch probieren geschehen. Und merke: auch das Beste Mundstück dieser Erde, ersetzt nicht das Üben! Auch mit einem „High-Note Mundstück wird man ohne viel Übung kaum das C erreichen können. Daher sollte man neben der Mundstückauswahl auch das eigene Übungspensum hinterfragen, erhöhen und verfeinern und bei Zweifel auf jeden Fall einen Profi (/Lehrer) hinzuziehen. So vermeidet man auch unnötige Geldausgaben. In diesem Sinne. Viel Spaß!

(Anregungen, Hinweise und Verbesserungen, werden gerne an- und aufgenommen!)

 

Ich werde oft gefragt, warum ich so teure Instrumente spiele. Antwort:
Wenn es mal schrottig klingt, kann ich mir sofort sicher sein, dass es NICHT am Instrument liegt und weiß sofort, das ich noch viel lernen muss... Rolf Bertermann, 2014

Derzeit im Fundus:

 Trompete:

Bach 5C
Bach 7DW
Bach 1 1/2 C
AS 7E
Tilz Heavy Weight 1 JSE
Tilz Ambassador U2 *
Schilke 6A4A
Schilke 7B4
Schilke 9C4
Schilke 10A4A
Schilke 10B4

Flügelhorn:

Tilz S7E (am. Schaft)
Tilz FL3 (am. Schaft)*
Tilz S3 (am. Schaft)
Tilz S7 1/2 (dt. Schaft nr.3) -steht zum Verkauf!
Tilz S7 (dt.Schaft nr.3) -steht zum Verkauf!
Bach 5CFL
Bach 7DWFL
JK 3D
Schilke 13F4

Piccolo Trompete:

Bruno Tilz spezial 200-12FE *
Schilke 11Ax

* = derzeit bevorzugte Mundstücke